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26.09.2011

EU-Ausland

Investor-Artikel

Feilschen lohnt sich bei Immobilien hinter der Grenze

Das Euro-Desaster hat die Preise für Häuser und Wohnungen kein Stück gedrückt. Im Gegenteil gibt es einen Run auf vernünftige Objekte, die die Tarife nach oben treiben. Wer in Europa ein Schnäppchen machen möchte, braucht Geduld. Von Birgit Jennen, Annika Joeres, Claas Möller, Dirk Rheker, Anja Tiedge, Merten Worthmann

Die Euro-Zone ächzt unter der Staatsschuldenkrise, Ratingagenturen stufen die Kreditwürdigkeit von bislang vermeintlich solventen Staaten herab. Regierungen legen ein Sparpaket nach dem anderen auf - doch den Preisen für Ferienimmobilien schadet all das nur bedingt. Wer in Europa auf Schnäppchen hofft, muss lange suchen. Und dann hart verhandeln.

Zum Beispiel in Spanien: Dort sinken die Preise für Fincas und Apartments weiter. Es lohnt sich also, auf günstigere Angebote zu warten. Das kann allerdings dauern. "In Spanien fallen die Preise vergleichsweise langsam", sagt José García-Montalvo, Professor für Wirtschaft an der Barceloner Universität Pompeu Fabra. "Momentan sind Banken und Sparkassen die bedeutendsten Immobilienhändler. Wenn die ihre Preise zu deutlich herabsetzen, schaden sie damit den eigenen Bilanzen."

Andererseits stehen viele Kreditinstitute unter Liquiditätsdruck. Deshalb sind sie immer häufiger bereit, vom Angebotspreis noch einmal Abschläge von zehn bis 20 Prozent zu gewähren. Ähnliche Nachlässe lassen sich gelegentlich auch bei privaten Verkäufern erzielen.

Handeln ist auch in Portugal gut möglich. An der Algarve trennen sich derzeit vor allem viele Briten von ihrem Feriendomizil. Sie fürchten, ein Kursanstieg des Pfunds könnte die Währungsgewinne der vergangenen Jahre zunichtemachen. So kann ein Brite, der vor vier Jahren eine Immobilie im Wert von 400.000 Euro gekauft hat, vom heutigen Preis von 320.000 Euro noch einmal 10.000 Euro heruntergehen, ohne einen Verlust zu machen. Die Portugiesen selbst hingegen klammern sich an den vor Jahren teuer bezahlten Kaufpreis und trennen sich von ihren Häusern nur dann, wenn sie es müssen.

An der französischen Mittelmeerküste hingegen ist das Angebot so knapp, dass Ferienimmobilien sündhaft teuer sind. Wer nach einem bezahlbaren Objekt sucht, sollte in das Hinterland ausweichen. Dort gibt es noch bezahlbare Plätze wie die Ubaye.

Auch in Belgien sind Schnäppchen ausverkauft. Die Auswirkungen der 2007er-Krise sind ausgestanden und Apartments - vor allem mit Meerblick - sind so gefragt wie lange nicht. Die gute Nachricht: Es werden keine Fantasiepreise gezahlt.

Die Zeit, in der Top-Objekte ohne Besichtigung den Besitzer wechselten, sind vorbei. Ähnlich sieht es an der niederländischen Küste aus. Die Preise sind weitgehend zurück auf dem Vorkrisenniveau.

Eine Erfolgsgeschichte sind derzeit besonders Ferienimmobilien in der Türkei. Nachdem das Land lange für billige Häuser bekannt war, geht der Trend seit einigen Jahren deutlich in Richtung Qualität und Luxus. Dank des stabilen Wirtschaftswachstums kaufen mehr und mehr Einheimische Zweitdomizile. Die Nachfrage sorgt für ein anziehendes Preisniveau. Selbst Investoren wie Nicolas Berggruen steigen ein.

Aus dem Magazin

Ein Ferienhaus an der Küste bringt mehr als nur Urlaubsvergnügen: Wer es richtig anstellt, kann damit auch fürs Alter vorsorgen.

Detaillierte Ergebnisse zu Ferienimmobilien im In- und Ausland finden Sie finden Sie in Capital Heft 10/2011.

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capital.de, 15:41 Uhr
© 2011 capital.de © Fotos / Illustrationen: Getty


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