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Ferienimmobilien

Blick auf den Hafen von Soller auf Mallorca

Preise auf den Balearen weiter stabil

In Spanien werden kaum noch Häuser und Wohnungen verkauft. Die Preise sinken von Monat zu Monat. Allein die Balearen trotzen der Finanzkrise. Von Stefanie Kremer

Was deutsche Urlauber immer wieder sagen, bestätigt sich offenbar: Mallorca ist etwas Besonderes. Während seit zwei Jahren überall in Spanien die Wohnungspreise nach unten tendieren, halten die Balearen weiter dagegen. Dank sehr guter Flugverbindungen und des Status der reinen Ferieninsel trotzt Mallorca der Kredit- und Finanzkrise. „Es bleibt natürlich abzuwarten, wie es wirtschaftlich in Ländern wie Großbritannien und Deutschland weitergeht. Aber bisher ist Mallorca wegen seiner hohen Anzahl an ausländischen Käufern weitgehend von der Wohnungskrise unberührt geblieben”, sagt der bei der Kanzlei Cuatrecasas tätige deutsche Rechtsanwalt Tim Wirth. “Betrachtet man den Gesamtmarkt, dann steigen die Preise zwar nicht mehr, aber sie gehen auch nicht zurück”, so Wirth. Derzeit gebe es sogar noch Interesse an größeren Immobilieninvestitionen auf der Insel.



Anders sieht es auf dem Festland aus. Nach Angaben des spanischen Branchenportals idealista.com senken Hausbesitzer ihre Preise bereits um 30 Prozent, um sich von der Hypothekenlast ihrer Immobilie zu befreien und wieder liquide zu werden. Am meisten bekommt derzeit Katalonien und damit die Costa Brava – die teuerste Ferienregion des Landes – die Krise zu spüren. Dort sanken die Quadratmeterpreise im Oktober um fast ein Prozent im Vergleich zum Vormonat (siehe Tabelle).

Durch die schwierige Situation auf dem Festland geraten auch immer mehr Firmen unter Druck. Das Ferienimmobilienunternehmen Marina d'Or etwa, das im Ausland unter anderem für 12.000 Wohnungen an der Costa del Azahar warb, hat gerade 1000 Arbeiter entlassen, weil kaum noch Objekte verkauft werden können. Ein Teil der Neubauten wird nicht mehr realisiert, weil es keine Nachfrage gibt. Die Zukunft des rasant aufgestiegenen Bauentwicklers ist fraglich. Ein weiteres Unternehmen, das kurz vor der Pleite steht, ist die hochverschuldete Polaris World aus Murcia. Für die vielen Neubau-Ferienwohnungen, die Polaris World im Portfolio hat, gibt es keine Nachfrage. Es ist davon auszugehen, dass auch sie bald günstig angeboten werden.

„Positiv dürfte sich jedoch für alle spanischen Makler und Bauentwickler die Senkung der europäischen Leitzinsen auswirken. Damit konnte man nicht rechnen”, sagt Rafael Pampillón, Volkswirt an der spanischen Business Schule Instituto de Empresa. “In Europa waren die Zinsen in steigender Tendenz. Jetzt jedoch, wo die Wirtschaft wahrscheinlich in eine Rezension eintritt, fallen sie wieder”, so Pampillón weiter. Damit nehmen nicht nur die Hypothekenbelastungen für die Haushalte ab, sondern auch die Verpflichtungen für die hoch verschuldeten spanischen Immobilienunternehmen. Spanien ist derzeit also Nutznießer der internationalen Finanzkrise, die bisher noch nicht das Bankensystem des Landes erreicht hat.

Costa Brava stürzt weiter ein

Autonome Region

Quadratmeterpreis Stand Oktober 2008

Änderung im Vergleich zum Vormonat

Balearen

2.541

0,10%

Murcia

1.923

-0,50%

Galicien

2.132

-0,50%

Valencia

2.076

-0,50%

Kanarische Inseln

1.993

-0,60%

Andalusien

2.266

-0,60%

Katalonien

3.410

-0,80%

Quelle: fotocasa.com

capital.de, 12.11.2008
© 2008 capital.de © Fotos / Illustrationen: Shutterstock


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