Ibiza ist kleiner und feiner als Mallorca, das glauben zumindest die Einheimischen der knapp 600 Quadratkilometer großen balearischen Insel. Erst vor wenigen Jahren ist der Immobilienaufschwung hier angekommen. „Seitdem wurde sehr viel gebaut“, sagt Pino Cherchi von der Immobilienagentur Pro-service Village Development. Die Preise sind der hohen Nachfrage entsprechend schnell nach oben geklettert, verzeichnen aber seit den letzten 12 Monaten kaum noch Zuwachs. Zwar erreichen Häuser keine zweistelligen Millionenbeträge wie auf der noch beliebteren Nachbarinsel Mallorca, aber unter
500 000 Euro ist auch hier kaum ein Objekt am Meer zu bekommen. Besonders gefragt bei wohlhabenden Touristen ist der Südwesten um Ibiza Stadt und den Flughafen, San José oder Talamanca. Ibiza Stadt ist, nach Sant Josep de Sa Talaia, mit Quadratmeterpreisen um
3800 Euro die zweitteuerste Stadt der Balearen.
Für eine Villa mit vier Schlafzimmern und Meeresblick muss man im Südwesten nach einem Marktbericht von Engel & Völkers mit
1,5 Millionen Euro rechnen, für ein Dorfhaus mit mindestens
400 000 Euro. Das macht die Insel in dieser Region zu einem sehr exklusiven Standort für Zweitwohnsitze, auch wenn insgesamt durchaus noch Renovierungsbedarf besteht.
Wer es ruhiger und billiger haben will, bevorzugt den weniger stark ausgebauten Osten oder Norden. Vor allem dort dürfte noch mit viel Potential zu rechnen sein, da Bauland zur Verfügung steht und der Quadratmeterpreis um 2000 Euro beträgt. Ein Appartement mit Meerblick kostet hier etwa 290 000 Euro, aber auch Schnäppchen für 100 000 Euro findet man in den Schaufenstern der Makler. Im beliebteren Osten, in Santa Eulalia zum Beispiel, muss man dagegen mit 430 000 Euro rechnen.
Die Musikinsel hat sich damit streckenweise in eine Luxusinsel verwandelt. Dennoch blieb die Bewohnervielfalt aus Hippies, Familien und Touristen auf Ibiza erhalten. Für die kommenden Monate sieht Cherchi härtere Zeiten für Bauentwickler und Immobilienmakler: „Uns wird die Nachfrage- und Kreditkrise nicht so treffen wie das Festland, aber gerade dort auf Ibiza, wo die Touristen nicht hin wollen, müssen Hausbesitzer ihre Verkaufspreise deutlich senken, wollen sie ihre Objekte noch loswerden.“ Und auch sonst müsse man preislich realistischer werden. Derzeit würden einige Ferienhausbesitzer Quadratmeterpreise von bis zu 12 000 Euro verlangen, zum Beispiel in Marina Botafoch. „Das ist Wahnsinn. Die Nachfrage wird hier zwar langfristig immer das Angebot übersteigen, aber es gibt auch Grenzen“, so Cherchi.








