1A Immobilien sind
tatsächlich im Vergleich zu Europa
sehr günstig. Aber !
Die Preissteigerungen der letzten Jahre dürften sich in nächster Zeit nicht mehr realsisieren lassen. Ausserdem Africa ist nicht Europa.
Südafrika wird auch als Regenbogennation bezeichnet. Das Land bietet zahlreichen ethnischen Gruppen ein Zuhause. Erst vor 15 Jahren wurde das Apartheid-Regimes abgeschafft. Doch inzwischen präsentiert sich das Gastland der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft äußerst offen für Einwanderer.
In dem Land, das insbesondere um Kapstadt herum sehr europäisch geprägt ist, ist es für Ausländer relativ einfach, eine Immobilie zu erwerben. „Sie können eine Wohnung oder ein Haus ohne Probleme im Namen einer Gesellschaft, im eigenen Namen oder im Namen eines Trusts erwerben”, sagt Michael Hauser vom Maklerbüro Seeff in Kapstadt. Wie bei allen ausländischen Immobilienkäufen empfehle es sich jedoch auch hier, Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen.
Auf Immobilienrecht spezialisierte Anwälte, die in Südafrika eine einem Notar ähnliche Funktion inne haben, sogenannte. Conveyancer, führen die Grundstückübertragung durch. Dieser Prozess ist in Südafrika streng formalisiert. Vorgelegte Dokumente werden intensiv überprüft, bevor eine Eigentumsübertragung stattfindet. Üblicherweise liegt diesem Schritt immer ein schriftlicher Vertrag zugrunde, der von beiden Parteien unterschrieben wird. Der Vertrag wird gewöhnlich „Offer to purchase“ (Vertragsangebot) oder „Deed of sale“ (eigentlich Übereignungsvertrag) genannt. Sowohl von Privatpersonen als auch von juristischen Personen kann in Südafrika Eigentum erworben werden.
Enorme Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt
Beim Hauskauf ist volle Rechtssicherheit gegeben: „Südafrika hat ein erstklassiges Grundbuchsystem, das die Eigentumsverhältnisse an einer Grundimmobilie hinreichend sicherstellt”, erklärt Henning Pieterse von der südafrikanischen Kanzlei Bisset Boehmke McBlain. Das Eigentum an einem Grundstück wird in Südafrika durch einen „Title Deed“ nachgewiesen. Das zuständige Amt für die Provinzen Northern-, Eastern- und Western Cape, in denen die meisten Ausländer eine Immobilie kaufen, befindet sich in Kapstadt. Allein dort wohnen 50.000 Deutsche. Sie haben in den vergangenen Jahren von den enormen Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt profitiert.
„Der Wert eines Hauses hat sich in der Kap-Region je nach Lage in den vergangenen vier Jahren verdoppelt”, sagt Hauser. Mit Quadratmeterpreisen zwischen 1000 und 2000 Euro ist aber gerade die Kap-Provinz im Vergleich zu Urlaubsländern wie etwa Spanien nach wie vor günstig. Auch die Kosten rund um den Hauserwerb oder -verkauf bleiben im Rahmen. „Die Gebühren, die mit Notarkosten, Grundbuch etc. anfallen, betragen acht Prozent”, weiß Marion Taylor vom Maklerbüro Engel & Völkers in Kapstadt. Für natürliche Personen beträgt die Grundsteuer null Prozent für die ersten 150.000 Rand (rund 11.250 Euro), 5 Prozent für die folgenden 150.001 bis 320.000 Rand (rund 24.000 Euro) und 8 Prozent für alles über 320.001 Rand. Beim Verkauf einer Immobilien fallen rund zehn Prozent auf den Erlös an.
Hürden gibt es allenfalls bei der Finanzierung. Ausländer dürfen eine Immobilie nur zu 50 Prozent über einen Kredit erwerben. Ebenfalls wichtig: Beim Verkauf einer Immobilie sollte die Verkaufsurkunde mit „non-resident“ gekennzeichnet sein, um eine Rücküberweisung des Kapitals ins Ausland nicht zu erschweren. „Beim Erwerb von Anteilen oder der Gründung einer Immobiliengesellschaft muss die Zentralbank benachrichtigt werden, um Geldmittel nach Südafrika einführen zu können”, mahnt Henning Pieterse von der Kanzlei Bisset Boehmke McBlain. Weitere Besonderheiten: In Kaufverträgen stoßen Interessenten oft auf die alte niederländische Klausel “Voetstoots“, die bedeutet: „gekauft wie gesehen“. Damit ist der Käufer in der Pflicht zu prüfen, ob der Zustand des Hauses einwandfrei ist. In den Küstenregionen ist es üblich, dass der Veräußerer versichert, dass das Haus frei von Ungeziefer ist und die elektrischen Einrichtungen sicher sind.
capital.de, 11.12.2008
© 2008 capital.de © Fotos / Illustrationen: Matt Ragen/Shutterstock
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