Angesichts der Dauerflaute auf dem amerikanischen Immobilienmarkt dringt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf weitere Hilfsprogramme, um die wirtschaftliche Erholung des Landes voranzutreiben.
So unterstützt Fed-Chef Ben Bernanke die Idee, dass die staatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac jene Häuser, die durch Zwangsräumung in ihren Besitz gelangt sind, vermieten dürfen, wie aus einem aktuellen Bericht an die zuständigen Ausschüsse des Senats hervorgeht. Bisher sehen die Auflagen der Aufsichtsbehörden vor, dass zwangsgeräumte Häuser so schnell wie möglich verkauft werden sollen.
Zugleich soll potenziellen Kreditnehmern der Zugang zu Hypothekendarlehen erleichtert werden. Das werde zwar zunächst auf Kosten sogenannter Government Sponsored Enterprises (GSE) wie Fannie Mae und Freddie Mac gehen, weil sie die Hypotheken zu günstigeren Konditionen finanzieren, wie der Bericht einräumt. Im Endeffekt aber werde der weltgrößten Volkswirtschaft geholfen, auf die Beine zu kommen.
Nach dem Platzen der Immobilienblase, die die Finanzkrise ausgelöst hat, blockiert das Siechtum des Sektors auch heute noch die Konjunkturerholung der USA. Seit dem Höhepunkt im Jahr 2006 sind die Hauspreise im Schnitt um 30 Prozent gefallen, der Tiefpunkt ist immer noch nicht erreicht. Jeder vierte Hausbesitzer hat höhere Hypothekenschulden, als sein Eigenheim wert ist, 2,2 Millionen Häuser wurden zwangsgeräumt. Sie stehen nun leer, verrotten und ziehen den Wert der Immobilien in der Nachbarschaft herunter.
Die US-Häuserbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) arbeitet bereits an einem Programm, wie Fannie Mae, Freddie Mac und die Banken die tausenden Häuser, die ihnen gehören und auf Zwangsversteigerung warten, zumindest für einen gewissen Zeitraum in Mietimmobilien umwandeln können. So könnte der gesamte Markt belebt werden.

ftd.de, 15:54 Uhr
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