Um den noch immer schwächelnden US-Häusermarkt frischen Schwung zu geben, haben sich zwei Senatoren einen besonderen Clou einfallen lassen: Ausländer, die in den USA für mindestens 500.000 Dollar Immobilien kaufen wollen, sollen dafür ein Aufenthaltsvisum gewährt bekommen, heißt es in einem parteiübergreifenden Gesetzentwurf der US-Senatoren Charles Schumer und Mike Lee. "Das ist ein Weg, mehr Nachfrage zu schaffen, der die Regierung nichts kostet", sagt der Demokrat Schumer.
Rund vier Jahre nach dem Platzen der Immobilienblase sind die Hausverkäufe in den USA noch immer auf beängstigend niedrigem Niveau; auch das Preistief hält an. Als Lichtblick gelten dagegen ausländische Hauskäufer, darunter viele Kanadier und Chinesen. 2010 investierten sie nach Angaben des Maklerverbands National Association of Realtors insgesamt rund 82 Mrd. Dollar. Und nach oben ist noch viel Luft: So entfielen im September lediglich rund drei Prozent der Hauskäufe auf Ausländer.
Der Entwurf der Senatoren sieht vor, dass ausländische Käufer mindestens 250.000 Dollar in einen eigenen Wohnsitz investieren und dort mehr als sechs Monate im Jahr leben müssen, um ein Visum zu erhalten. Für die Differenz bis 500.000 Dollar oder mehr sollen sie andere Wohnimmobilien kaufen und vermieten können.
Die Aufenhaltsgenehmigung soll zunächst für drei Jahre, Ehegatten und Kinder gelten und danach verlängerbar sein, allerdings keine Arbeitserlaubnis beinhalten. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wer mindestens ein halbes Jahr in den USA leben kann, ohne dabei zu arbeiten, muss ziemlich reich sein. Hier verbirgt sich ein weiterer Kniff: "Wir ziehen es vor, dass vermögende Menschen hier leben und die Konjunktur vor Ort ankurbeln", sagte der Sprecher des republikanischen Senators Lee.
Auch Investorenlegende Warren Buffett hatte sich unlängst dafür ausgesprochen, reiche Immigranten zum Hauskauf in den USA zu ermuntern. Die US-Handelskammer wertet die Gesetzesinitiative gar als einen Richtungswechsel. "Wir haben zu lange Grenzen, Hindernisse und Hürden geschaffen, die Ausländer abschrecken, in die USA zu kommen, dort ihr Geld auszugeben und Arbeitsplätze zu schaffen", sagte Kammerpräsident Thomas Donohue.






