Seit dem Tief im September vorigen Jahres ist der durchschnittliche Zinssatz für zehnjährige Annuitätendarlehen nach Berechnungen der FMH-Finanzberatung in der Spitze um 105 Basispunkte von 3,2 Prozent auf 4,25 Prozent gestiegen. Zwar haben sich die Finanzierungskonditionen zuletzt wieder etwas verbilligt. Aktuell beträgt der Durchschnittszins für Hypothekenkredite mit zehnjähriger Laufzeit 3,95 Prozent.
Doch Experten erwarten nicht, dass die Zinssätze wieder auf die alten Tiefstände zurückkehren. "Anschlussfinanzierer und Bauherren, die bereits ein konkretes Objekt ins Auge gefasst haben, das sie in nächster Zeit kaufen wollen, sollten sich deshalb die aktuellen Zinskonditionen mit einem Forward-Darlehen sichern", sagt Kai Oppel, Finanzierungsexperte beim Baugeldvermittler Hypothekendiscount.
"Die Zinssätze von Baugelddarlehen orientieren sich an der Umlaufrendite", erläutert FMH-Inhaber Max Herbst. Dieser Indikator spiegelt den durchschnittlichen Ertrag aller am Markt befindlichen festverzinslichen Wertpapiere bester Bonität eines Landes wider. In Deutschland bestimmen damit die Renditen der Bundesanleihen und der ebenfalls als besonders sicher geltenden Pfandbriefe maßgeblich die Höhe der Zinssätze für Hypothekendarlehen.
Seit sich die Schuldenkrise in Griechenland im April erneut verschärfte, flüchteten Anleger aus ganz Europa wieder verstärkt in die als extrem ausfallsicher geltenden deutschen Staatsanleihen. Die steigende Nachfrage trieb deren Kurse in die Höhe. Spiegelbildlich sank dadurch die Umlaufrendite. Automatisch gingen damit auch die Zinssätze von Pfandbriefen zurück, mit denen Banken ihre Immobilienkredite refinanzieren - und damit auch die Kosten von Baudarlehen.







