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14.10.2011
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Grüne Gewerbeimmobilien

Arbeiten in der Energiesparbüchse

Nachhaltig wirtschaftende Bürogebäude schonen den Geldbeutel und ölen das Image. Viele Wolkenkratzer werden deshalb saniert. Von Karl-Heinz Möller

Immer mehr Unternehmen wollen in grüne Häuser einziehen: Vor allem große Konzerne und der Bund achten bei Anmietung neuer Büros und Gewerbeflächen auf energetisch und ökologisch vorbildliche Immobilien. Da jährlich nur rund ein bis zwei Prozent neue Gebäude zum Gesamtvolumen hinzukommen, müssen alte Gemäuer angepasst und saniert werden. Dieser Prozess ist in vollem Gange, auch in die Jahre gekommene Bürotürme unterliegen Marktzwängen. Mieter, Käufer und Verkäufer erwarten diese Form der Erneuerung. Eine Herausforderung sind dabei Hochhäuser, die älter als zehn Jahre sind.

Getrieben vom öffentlichen Interesse schreiben sich Unternehmen explizit Nachhaltigkeit in die Geschäftsberichte. Umso mehr müssen sie ihre Arbeitsumgebung anpassen, um glaubwürdig zu bleiben. Bei der Etablierung von Green Buildings sind Büros Vorreiter auf dem Immobilienmarkt: Etwa die Hälfte aller in Deutschland für ihre Umweltverträglichkeit zertifizierten Häuser sind Büroimmobilien.

Wer sich mit der passenden Zertifizierung schmücken will, betritt allerdings erst einmal einen Paragraphen- und Forderungsdschungel. Mehr als 40 Gütesiegel stehen zur Auswahl. Am beliebtesten sind die zwei Zertifizierungssysteme der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), die es seit dem Jahr 2009 gibt. International hat sich das Modell des US Green Building Councils (LEED) etabliert. Rund 100 deutsche Büroimmobilien haben bereits Zertifikate dieser beiden Gesellschaften erhalten. Mehr als 80 Gebäude tragen ein DGNB-Siegel, gut zehn das LEED-Zertifikat. Die Green Towers der Deutschen Bank erfüllen sogar die Kriterien beider grüner Systeme.

Aktuell bekommt eines der berühmtesten Hochhäuser der Welt die Frischzellenkur nach LEED verpasst: das Empire State Building. 1931 mit einer Gesamtfläche von zirka 265.000 Quadratmetern erbaut, hat das altehrwürdige Gemäuer die LEED-Gold-Zertifizierung in der Bewertungskategorie für Bestandsgebäude abgeräumt. Damit ist das New Yorker Wahrzeichen die höchste und bekannteste Immobilie in den USA, der diese Auszeichnung zukommt. Das Empire State Building wird so saniert, dass Energie effizienter genutzt wird. Dabei folgt die Zertifizierung einem standardisierten und quantifizierbaren Prozess. Das Sanierungsprogramm für den berühmten Wolkenkratzer hat die Clinton Climate Initiative erarbeitet - zusammen mit dem Gebäudetechnikkonzern Johnson Controls, der Immobilienberatungsgesellschaft Jones Lang LaSalle (JLL) und dem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Rocky Mountain Institute.

Nach der Umrüstung wird das Empire State Building rund 38 Prozent weniger Energie verbrauchen als bisher. Nach nur drei Jahren sollen die Einsparungen von etwa 4,4 Mio. Dollar im Jahr die Sanierungskosten bereits decken. Das Empire State Building darf sich nun CO2-neutral nennen; mit verringerten CO2-Emissionen und dank eines im Januar 2011 von der Betreiberfamilie Malkin gekauften Emissionsausgleichs in Höhe von 55 Millionen Kilowattstunden erneuerbarer Energie pro Jahr.

Grüne Büroflächen

Anzahl Nach einer Studie von Savills ziert in Deutschland 94 Büroimmobilien ein LEED- oder DGNB-Nachhaltigkeitszertifikat.

Standorte Die drei deutschen Städte mit den meisten Ökobüros sind Frankfurt (21 Prozent), München (18 Prozent) und Hamburg (14 Prozent).

Umsatz Bis Ende 2010 steckten Investoren knapp 2 Mrd. Euro in Green Buildings. Der Markt ist noch relativ klein, gewinnt aber deutlich an Dynamik. Vor allem im gehobenen Core-Segment dürften sich die umweltverträglichen Gemäuer etablieren.

capital.de, 15:06 Uhr
© 2011 capital.de © Fotos / Illustrationen: Getty


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