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Strom

Was bringt der "schlaue" Stromzähler?

Einmal im Jahr erhalten deutsche Haushalte ihre Stromrechnung, oft verbunden mit kräftigen Nachforderungen. Doch wann der Kunde mit welchen Geräten wie viel Energie verbraucht und wie viel Geld ihn das gekostet hat, bleibt im Dunkeln.

Eben dies könnte sich bald ändern. Für vollständige Transparenz sollen "schlaue" Stromzähler sorgen. Die Bundesregierung drängt jetzt darauf, dass in den nächsten Jahren digitale Geräte, die teilweise im Sekundentakt detaillierte Verbrauchsinformationen geben, an die Stelle der alten schwarzen Zählwerke treten. Um den Wettbewerb in diesem Sinne zu befeuern, will Berlin im Mai das Messwesen vollständigliberalisieren. Hintergrund: Jedes EU-Mitgliedsland soll durch Effizienzmaßnahmen bis 2015 neun Prozent an Energie einsparen.



Können Haushalte ihren Verbrauch am Monitor nachvollziehen, kommen sie verborgenen Stromfressern auf die Spur. So könnte eine durchschnittliche Vier-Personen-Familie nach Berechnungen der Deutschen Energie- Agentur (Dena) im Jahr 70 Euro sparen, wenn er bei Fernseher, Computer oder Stereoanlage das Standby vermeidet. Weitere 90 Euro würde es bringen, Glühbirnen konsequent durch Leuchtstoffröhren zu ersetzen. Nochmals 130 Euro ließen sich mit modernster Technik bei Kühl- und Gefrierschränken sparen. Netzbetreiber, die per Funk oder Kabel ihre Kundendaten in Echtzeit empfangen, brauchen kein Ablesepersonal mehr und können ihre Buchhaltung verschlanken. Obendrein können sie den Haushalten individuelle Tarife anbieten, abgestimmt auf Verbrauch und Tageszeit. Großkonzerne wie RWE, Vattenfall und EnBW fahren dazu Pilotprojekte, Stromverkäufer Yello bietet seinen Kunden die Zähler ab Herbst an. Das Bundeswirtschaftsministerium verweist auf eine Studie, die bei einem flächendeckenden Einsatz der neuen Zähler ab 2010 eine Einsparung von jährlich 9,5 Milliarden Kilowattstunden prognostiziert - knapp sieben Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs. Gemessen am heutigen Durchschnittstarif entspräche das einer Ersparnis von zwei Milliarden Euro. Aber der Fortschritt hat seinen Preis: Fünf Milliarden Euro dürfte es die Stromanbieter kosten, das ganze Land mit den Hightech-Apparaten auszurüsten.

Aktuelle Stromtarife? Vergleichen Sie  hier.

capital.de, 24.04.2008
© 2008 capital.de © Fotos / Illustrationen: Photocase


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