Warum sollte man im Tante-Emma-Laden kaufen, wenn direkt daneben ein Supermarkt steht und der Einkauf übers Jahr einige Hundert Euro billiger ist? Diese Frage stellt sich aktuell auch Bauherren, Wohnungskäufern und Immobilienbesitzern, die nach dem richtigen Kredit suchen. Die Hausbank, lange Zeit erste Anlaufstation für Darlehen, entpuppt sich oft als teuer oder unflexibel. Egal ob große Privatbank, Sparkasse oder Volksbank, viele frustrieren ihre Kunden mit hohen Zinsen und geringen Gestaltungsmöglichkeiten.
„Tausende wandern deswegen jedes Jahr zu freien Kreditvermittlern ab“, sagt Oliver Mihm, Vorstand der Unternehmensberatung Investors Marketing. In einer Analyse für Capital stellten er und Senior Manager Carsten Wendt fest, dass aktuell bereits 28 Prozent der Baufinanzierungen nicht von der kreditgebenden Bank selbst verkauft werden. In fünf Jahren sollen es schon mehr als 40 Prozent sein. Zum Vergleich: In Spanien, den Niederlanden und Großbritannien liegt die Quote bereits heute deutlich über 50 Prozent.
Den Trend erkennen nun auch viele Banken und erweitern ihr Angebot vom Tante-Emma-Niveau auf Supermarktstandard. Laut Umfrage der Frankfurter Finanzberatung FMH verkaufen mehr als 25 bekannte Institute auch oder sogar ausschließlich Immobilienkredite der Konkurrenz. Insgesamt dürfte die Zahl bei mehreren Hundert liegen, Regionalinstitute mit kleinem Kundenstamm wurden nicht befragt.







