Die meisten Anbieter geschlossener Wohnimmobilienfonds formulieren ihre Investitionskriterien wachsweich. Anleger investieren in einen Blind Pool - sie wissen nicht, in welche Häuser ihr Geld konkret fließt. Beim "Wohnkonzept Hamburg" von HCI erfahren sie immerhin, dass sie sich an Wohnanlagen in der Hansestadt beteiligen, die mit öffentlichem Geld finanziert werden.
Für den HCI-Fonds kommen ausschließlich Anlagen mit 50 bis 150 Wohnungen in Stadtteilen wie Langenhorn, Wandsbek und Bergedorf infrage. Insgesamt will der Fonds mit 54 Millionen Euro rund 400 Wohnungen finanzieren.
Die Ratingagentur Feri setzt Hamburg auf Platz eins ihrer Liste mit den 60 wichtigsten Kommunen Deutschlands. Basis der Untersuchung ist die prognostizierte Entwicklung der Kategorien Wirtschaftsleistung, Arbeitsplätze, Bevölkerung und Kaufkraft bis 2015. Während andere Regionen Einwohner verlieren, wird Hamburg wachsen. Um den Zuzug zu bewältigen, sind nach Berechnungen des auf die Wohnungswirtschaft spezialisierten Pestel Instituts Jahr für Jahr rund 11.000 neue Wohnungen nötig. Gebaut wurden im Schnitt der vergangenen Jahre aber nur 4000 Einheiten per anno. Den Leerstand gibt HCI mit einem Prozent an. Tatsächlich ist die Wohnungssuche in Hamburg ein Geduldspiel, bezahlbarer Wohnraum in akzeptablen Lagen ist kaum zu finden.
Entscheidender Faktor im Fonds ist die Fremdfinanzierung, die wiederum an bestimmte Voraussetzungen wie Barrierefreiheit und Energieeffizienz gebunden ist. Bedingung ist zum Beispiel ein Energieverbrauch von höchstens 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Sind die Forderungen erfüllt, gewährt die staatliche Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt (WK) vergünstigte Darlehen. Die Zinsen liegen bei nur 1,2 Prozent.
Darüber hinaus nutzt der Fonds Hypotheken und Zuschüsse der Förderbank KfW. Nach Angaben des Initiators stehen in diesem Jahr Fördermittel für 1200 Wohnungen in Hamburg bereit. Fünf bis sechs Bauträger sollen die Fondsobjekte zu Quadratmeterpreisen von 2200 Euro errichten. Das Projektentwicklungsrisiko bleibt dennoch begrenzt, denn der Fonds bezahlt die Wohnanlagen erst nach ihrer Fertigstellung.







