Das Renditewachstum an den internationalen Gewerbeimmobilienmärkten wird in absehbarer Zeit nicht an die hohen Raten vor Beginn der Finanzkrise anknüpfen können. Das zeigen jüngste Auswertungen von Marktbeobachtern. Danach haben sich die Märkte für Büro-, Einzelhandels- und Logistikimmobilien zwar mit dem globalen Konjunkturaufschwung vom massiven Einbruch erholen können, den die Talfahrt der Weltwirtschaft im Jahr 2009 ausgelöst hatte. Weitere deutliche Wertsteigerungen der Gebäude sind jedoch nach Ansicht der Experten vorerst nicht zu erwarten.
Das gilt auch für den deutschen Markt. "Das Renditewachstum als Werttreiber wird jetzt abgelöst von der Entwicklung der Mietpreise", sagt Marcus Lemli, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Jones Lang LaSalle (JLL) in Deutschland. Mit der Konjunkturerholung seien 2010 zwar die Preise von Gewerbeimmobilien hierzulande wieder signifikant gestiegen. Spiegelbildlich seien damit aber die Renditen aus den gemessen am Kaufpreis erzielbaren Mieterträgen deutlich gefallen. Topobjekte in besten Lagen würden inzwischen wieder so teuer gehandelt, dass Käufern nur noch eine Anfangsrendite von rund fünf Prozent verbleibt, sagt Lemli.
Damit weisen die Erträge wieder den historisch üblichen Puffer von rund 200 Basispunkten zur Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf, die derzeit rund drei Prozent beträgt. "Weitere Wertzuwächse der Gebäude sind deshalb nur bei steigenden Mieten zu erwarten", stellt Lemli fest.

capital.de, 08:30 Uhr
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