Die Meldungen sind seit Monaten immer die gleichen: Betongold bleibt teuer, die Preise von Eigentumswohnungen haben erneut stark angezogen. Der deutsche Wohnimmobilienmarkt kennt anscheinend nur noch eine Richtung: aufwärts. Privatanleger sollten der Versuchung trotzdem widerstehen. Wegen der mickrigen Renditen, der mangelnden Risikosteuerung, der geringen Liquidität und hoher Transaktionskosten lohnt eine Direktinvestition für die meisten Privatinvestoren nicht.
Immobilienaktien sind hingegen eine lohnende Alternative. Im Durchschnitt der vergangenen 22 Jahre betrug die jährliche Rendite von Immobilienaktien stattliche 7,2 Prozent. Das hat Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung an der International Real Estate Business School der Universität Regensburg, errechnet. Allerdings müssen Anleger einkalkulieren, dass sich die Kurse von Immobilienaktien den Schwankungen des Kapitalmarkts nicht entziehen können.
Wem das zu riskant ist, kann auf andere Weise gleichzeitig am Immobilien- und am Aktienmarkt partizipieren. Mit einem Investment in Immobilienaktienfonds. Dabei stehen sowohl aktiv gemanagte Produkte als auch Indexfonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds), zur Wahl.
Die börsengehandelten ETFs bilden über Immobilienaktienindizes wie den Stoxx Europe 600 Real Estate oder verschiedene MSCI-Global-Real-Estate-Indizes den europäischen, amerikanischen oder asiatischen Markt ab. Auf diese Weise kann zu vergleichsweise niedrigen Kosten das Risiko breit gestreut werden. Aktive Fondsmanager haben demgegenüber freiere Hand, kaufen in der Regel stets Aktien aus mehreren Ländern.
Expertenmeinungen zufolge haben Immobilienaktienfonds auf Dauer bessere Chancen als offene Immobilienfonds. "Langfristig lohnen sich Immobilienaktien mehr", sagt Steffen Sebastian von der Universität Regensburg. "Aber das Risiko ist höher, der Anleger muss sowohl den Aktienmarkt als auch den Immobilienmarkt im Auge behalten und einen guten Ein- und Ausstiegszeitpunkt finden."
Sebastian rät, mindestens acht bis zehn Jahre investiert zu bleiben. Doch auch das rechnet sich nicht immer. Seit 2001 sind die Aktienmärkte mehrmals eingebrochen, und der Immobilienmarkt kollabierte. An dem Boom der vergangenen zwei Jahre konnten die Fonds zumeist nicht teilhaben. Auch auf Jahressicht erwirtschafteten laut der Ratingagentur Morningstar nur wenige Produkte überhaupt eine positive Rendite.
Wer angesichts der Staatsschuldenkrise und einer möglicherweise drohenden hohen Inflationsrate dennoch an Betongold glaubt, der kann mit Immobilienaktienfonds das Risiko innerhalb der Immobilienquote seines Portfolios streuen.






