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Immobilienmarkt

An den Börsen haben die Makleraktien wieder zugelegt.
Investor-Artikel

Makleraktien sind wieder gefragt

Bis vor kurzem wollte fast niemand von Maklergesellschaften an der Börse etwas wissen. Mittlerweile haben sich die Papiere aber wieder erholt. Investoren sind dennoch vorsichtig. Von Richard Haimann

Vor einem Jahr wollte von den großen Maklergesellschaften an den Börsen kaum noch jemand etwas wissen. Bis zu 95 Prozent waren die Aktienkurse eingebrochen. Seither allerdings haben sich die Papiere der Branchengrößen CB Richard Ellis (CBRE), DTZ und Jones Lang LaSalle (JLL) deutlich erholt. Denn trotz der Krise an den internationalen Immobilienmärkten haben die auf die Vermittlung, Vermietung und Wertermittlung von Gewerbeobjekten spezialisierten Gesellschaften 2009 deutlich bessere Ergebnisse erzielt, als vor zwölf Monaten zu erwarten war.



"Die Maklergesellschaften sind viel besser durch die Krise gekommen, als Börsianer erwartet hatten", sagt Dieter Thomaschowski, Geschäftsführer des Analysehauses Investment Research in Change (Iricic). Das Transaktionsvolumen an den internationalen Immobilienmärkten sei bereits 2009 wieder gestiegen und werde weiter zunehmen. Zudem würden die Gesellschaften vom steigenden Bewertungsbedarf profitieren. "Banken wollen genau wissen, welchen Marktwert die von ihnen finanzierten Objekte haben", sagt Thomaschowski. Investoren würden nicht mehr so blauäugig Immobilien erwerben wie auf dem Höhepunkt des Investmentbooms, sondern sicherheitshalber noch ein zweites oder gar drittes Wertgutachten anfordern. "2010 werden die Umsätze und Gewinne der Maklerunternehmen weiter steigen", ist der Analyst überzeugt.

CBRE verzeichnete im ersten Quartal 2009 noch einen Verlust von 36,7 Millionen Dollar (27 Millionen Euro) . Das Jahr schloss der in Los Angeles ansässige Dienstleister aber mit schwarzen Zahlen ab. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ohne einmalige Sonderaufwendungen lag mit 290,3 Millionen Dollar um nur 7,2 Prozent unter den 312,8 Millionen Dollar im Jahr 2008.

JLL beendete das vergangene Geschäftsjahr mit einem Nettoverlust von 4 Millionen Dollar nach einem Nettogewinn von 84 Millionen Dollar 2008. Ursache für die roten Zahlen bei der Gesellschaft aus Chicago waren vor allem die 47 Millionen Dollar, die das Unternehmen an Abfindungen zahlen musste. Allein in Deutschland hatte die Gesellschaft bis zum Frühjahr 2009 rund 150 von 700 Beschäftigten entlassen.

Massive Stellenstreichungen bei DTZ

Auch der britische Mitbewerber DTZ baute in der Krise massiv Stellen ab. In Deutschland mussten 80 von 400 Mitarbeiter gehen. In Österreich und Portugal wurden die Niederlassungen ganz geschlossen. Das verhalf DTZ beim adjustierten Ebitda zu einem Plus von 1,8 Millionen Pfund nach einem Minus von 3 Millionen Pfund im Jahr 2008.

An den Börsen haben die Makleraktien inzwischen wieder zugelegt. Die Chance auf weitere Kursgewinne sehen Experten vor allem bei der JLL-Aktie. "Die Gesellschaft ist von allen Immobiliendienstleistern am besten aufgestellt", urteilen die Analysten von Zacks Investment Research in einer neuen Studie. JLL konnte die Schuldenlast 2009 um 334 Millionen Dollar reduzieren und verfügt nun über langfristige Kreditlinien von 175 Millionen Dollar bei einem Cashbestand von 69,3 Millionen Dollar. Damit sei das Unternehmen in der Lage, Mitbewerbern Marktanteile wegzunehmen.

"JLL ist sehr flexibel bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder", sagt Thomaschowski. So versuche die Gesellschaft jetzt, in Deutschland in den Wohnimmobilienmarkt einzudringen. "Hier wird das Transaktionsvolumen deutlich anziehen, weil Private-Equity-Fonds ihre seit 2001 erworbenen Bestände von mehr als einer Million Wohnungen wieder auflösen wollen", sagt der Analyst.

Die Wettbewerber CBRE und DTZ stufen die meisten Experten nach den jüngsten Kursgewinnen hingegen mit "neutral" ein. "Angesichts des wieder anziehenden Transaktionsvolumens an den Gewerbeimmobilienmärkten überlegen wir allerdings, die CBRE-Aktie heraufzustufen", sagt Brandon Dobell, Analyst bei William Blair.

Anleger, die in Aktien internationaler Maklergesellschaften investieren wollen, sollten allerdings das Währungsrisiko nicht außer Acht lassen, rät Thomaschowski. "Sollten US-Dollar oder britisches Pfund gegen den Euro an Wert verlieren, könnte dies etwaige Kursgewinne aufzehren oder Kursverluste sogar verstärken." Umgekehrt würden Aktionäre bei einer Euro-Schwäche, wie sie derzeit vorherrscht, von Kurszuwächsen überproportional profitieren.


Kursinformationen + Charts

UnternehmenISIN
CB RICHARD ELLIS GROUP INC. REG. SHARESUS12497T1016.F  Detailinformationen
DTZ HLDGS ORD 5PGB0002606118.F  Detailinformationen
JONES LANG LASALLE INC. REGISTERED SHAREUS48020Q1076.F  Detailinformationen

capital.de, 26.02.2010
© 2010 capital.de © Fotos / Illustrationen: Getty


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