Der Leitspruch "Buy German" gilt dieser Tage nicht nur bei Anleihen und Autos. Auch bei Ferienimmobilien ist der Trend eindeutig. Deutsche Domizile, vor allem in den Küstenregionen, sind äußerst gefragt. Und so steigen die Preise für Ferienwohneigentum auch im dritten Jahr nach der Lehman-Pleite wieder, um zehn bis 30 Prozent je nach Region und Lage.
"Stabilität spielt für die Kapitalanleger eine große Rolle angesichts der Ereignisse rund um den Mittelmeerraum", sagt Kathrin Lange, Maklerin bei Engel & Völkers auf Rügen. Die Inflationsangst verstärke den Trend zur Zweitimmobilie. Auf Rügen, so heißt es, schaffen sich Investoren mittlerweile sogar Drittimmobilien an.
Besonders die Gegenden an der Ostsee zählen zu den Profiteuren des Runs auf Häuser am Meer. Im vergangenen Jahr machten die Immobilienmakler entlang der Ostseeküste Rekordgeschäfte. Gekauft wurde, was auf dem Markt war, am Ende sogar die Ladenhüter. Die Nachfrage ist so groß, dass jetzt auch Gegenden ins Visier von Maklern und Käufern geraten, die bislang links liegen gelassen wurden.
Bestes Beispiel: Olpenitz, der alte Marinestützpunkt bei Kappeln an der Schlei. Mit Port Olpenitz entsteht dort jetzt eine ganze Ferienhaussiedlung an der Schleimündung, gut 150 Kilometer von Hamburg entfernt. Rund 1000 Immobilien, fast alle mit eigenem Bootssteg, am Strand oder auf einer der Inseln im Hafenbecken. Luxus in der Pampa. Die Küsten-Makler rechnen mit schnellem Verkauf.
An der ebenfalls beliebten Nordseeküste plagt Kaufinteressenten derweil ein Dilemma: Das Angebot ist dauerhaft knapp. Zwar wird überall an den Küsten gebaut. Aber nicht genug, um die große Nachfrage zu befriedigen. So entsteht ein Klima, in dem absurde Summen für Standardimmobilien erzielt werden können. Das gilt vor allem für die Luxushochburg Sylt. Die Spitzenpreise vertreiben zunehmend die Ur-Sylter.
Viele können die Höchstkurse für Miet- und Kaufobjekte nicht mehr aufbringen und wandern ab. Immer mehr Feriendomizilbesitzer leisten sich dagegen den Luxus, ihre Ferienwohnung monatelang leer stehen zu lassen. Und die Preise steigen, steigen, steigen. "Auf Sylt ist das Geld sicherer als auf der Bank", heißt es in Immobilienkreisen.
Ähnlich geht es an der gesamten Nordseeküste zu: Juist, Föhr, Norderney sind angesagt wie einst Mallorca oder Ibiza. Zwar sind die Inseln beliebter als das Festland. Dabei erlebt aber auch das Surferparadies Sankt Peter-Ording zurzeit einen Boom. Am langen, breiten Sandstrand wird sogar der jährliche Kitesurf World Cup ausgetragen.
Das steigert die Bekanntheit des Ortes - und die Nachfrage nach Ferienhäusern und -wohnungen. Wenn eine Immobilie in guter Lage auf den Markt kommt, wechselt sie mittlerweile innerhalb kürzester Zeit den Besitzer. Und spätestens seit der Eröffnung des Edel-Fischimbisses Gosch ist endgültig klar: Sankt Peter-Ording wird schick.
Aus dem Magazin |
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Ein Ferienhaus an der Küste bringt mehr als nur Urlaubsvergnügen: Wer es richtig anstellt, kann damit auch fürs Alter vorsorgen. |
Detaillierte Ergebnisse zu Ferienimmobilien im In- und Ausland finden Sie finden Sie in Capital Heft 10/2011, das ab sofort im Handel erhältlich ist. |








