Die Immobilienbranche in Deutschland blickt auf ein gutes Jahr zurück. Nach Berechnungen des Beratungshauses Ernst & Young Real Estate kletterte das Transaktionsvolumen, inklusive der Investitionen für Wohnportfolios, gegenüber 2009 um rund zwei Drittel auf 22 Mrd. Euro. Angesichts schlechter Begleitumstände wie Euro-Krise und aufkeimender Rezessionsängste war es sogar ein unerwartet gutes Jahr.
Solche Zahlen schüren natürlich die Erwartungen. Die Experten von Ernst & Young glauben, dass die Investitionen in diesem Jahr noch einmal um bis zu knapp 20 Prozent zulegen könnten. Viele Investoren teilen diese Zuversicht. Laut einer Umfrage des Beratungsunternehmens KPMG unter 100 Vertretern aus der Immobilienbranche glauben neun von zehn Investoren, dass das Transaktionsvolumen in diesem Jahr deutlich über dem Niveau von 2010 liegen wird.
Zweifellos hat der Immobilienstandort Deutschland während der Finanzkrise an Ansehen gewonnen. Die robustere Wirtschaft - verbunden mit einer relativ stabilen Büronachfrage - hat dafür gesorgt, dass die Häuserpreise nicht so abgestürzt sind wie in anderen Ländern. Die steigende Euphorie der Investoren mahnt dennoch zur Vorsicht. Denn noch immer läuft der Markt nicht rund, beschränkt sich die Nachfrage hauptsächlich auf Premiumobjekte in guten Lagen, mit bonitätsstarken Mietern und langfristigen Verträgen. Doch solche Häuser sind rar. "Die Nachfrage kann aufgrund des Angebotsmangels nicht vollständig befriedigt werden", sagt Fabian Klein, verantwortlich für das Investmentgeschäft beim Maklerhaus CB Richard Ellis.
Das knappe Angebot an erstklassigen Häusern könnte somit ein höheres Transaktionsvolumen verhindern. Den ein oder anderen Investor dürften inzwischen aber auch die Renditen abschrecken. Die Nachfrage nach sogenannten Core-Immobilien hat die Preise in die Höhe getrieben. Damit sank die Rendite, die sich aus dem Verhältnis der Jahresmiete zum Kaufpreis ergibt. Nach Berechnungen des Immobiliendienstleisters Jones Lang LaSalle (JLL) sind die Spitzenrenditen für Bürogebäude an den sieben größten deutschen Standorten 2010 um knapp 0,4 Prozentpunkte auf rund 5,1 Prozent gefallen. Der Wert entspricht zwar dem langfristigen Durchschnitt, angesichts des zunehmenden Risikos von Zinserhöhungen erscheint die Rendite jedoch nicht mehr sonderlich attraktiv.







