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01.09.2011
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Miese Stimmung

Problemimmobilien, wie der Geschäftskomplex "The Squaire" in Frankfurt, sorgen für miese Stimmung bei den Investoren
Investor-Artikel

Immobilienaktien hinken Mietboom hinterher

Vor der Finanzkrise trieben viele Unternehmen bei den Immobilien ihre Verschuldungsquoten nach oben. Einige können jetzt ihre Kredite zwar tilgen und mieten neue Objekte, doch der Aktienmarkt honoriert das nicht. Doch es gibt auch ermutigende Zeichen. Von Grit Beecken

In Großstädten schießen die Immobilienpreise in den Himmel, die Mieten ziehen nach. Wohnraum wird immer teurer. Inzwischen warnen sogar Makler vor einer Blase. Auch am Markt für Gewerbeimmobilien herrscht gute Stimmung. Mehr und mehr Objekte wechseln den Besitzer, Unternehmen müssen wieder höhere Mieten zahlen.

Eigentlich ein gutes Umfeld für Immobilienaktien? Leider nicht. Der seit mehr als einem Jahr anhaltende Boom hat sich bislang nicht dauerhaft positiv auf die Kurse ausgewirkt. Das Kursbarometer deutscher Gesellschaften, der Dimax, bleibt weit hinter dem DAX zurück. International sieht es kaum besser aus. Die globalen Immobilienaktienindizes hinken dem Aktienbarometer MSCI World auf Jahressicht im Schnitt um 2,3 Prozent hinterher.

Nicht nur Investoren, auch Analysten sind skeptisch. Das Beratungsunternehmen Zitelmann konstatiert ein Stimmungstief: Neun von 14 befragten Analysten prognostizieren auf kurze Sicht stagnierende Kurse. Nur zwei erwarten deutliche Anstiege.

"In die Kurse ist derzeit fast der Weltuntergang eingepreist", sagt Stefan Scharff von SRC Research. "Dabei gibt es ermutigende Zeichen: Die Zahl der Transaktionen zog im ersten Halbjahr um rund 30 Prozent an, Wohnimmobilien und umsatzstarke Einzelhandelsimmobilien in wachstumsstarken Regionen finden meist sehr leicht Käufer." Scharff verweist zudem auf die guten Unternehmenszahlen des vierten Quartals 2010 und der ersten Monate des laufenden Jahres.

Die jetzt vorgelegten Halbjahreszahlen deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften hingegen sind gemischt ausgefallen. Während einige Unternehmen noch mit einer hohen Verschuldung kämpfen, haben andere Kredite getilgt, nutzen das Zinstief und kaufen Objekte.

Die Börse honoriert das bislang kaum. Die Deutsche Euroshop etwa konzentriert sich auf ertragsstarke Shoppingcenter und schreibt damit gute Zahlen. Umsatz und Nettoergebnis stiegen in Halbjahr um rund 30 Prozent, die Papiere gewannen trotzdem nicht nachhaltig an Wert. DIC Asset hielt den Konzernüberschuss auf Vorjahresniveau.

Dem Aktienkurs half das nicht. "Bei deutschen Immobilienaktien sehen wir noch Nachholbedarf", sagt Helmut Kurz von Ellwanger & Geiger. Bankhaus-Lampe-Analyst Frank Neumann hingegen sagt: "Anders als zu Beginn dieses Jahres hat sich das Segment für Immobilienaktien eingetrübt. Vor allem Finanzierungsthemen sind bei einigen Gesellschaften wieder in den Vordergrund getreten."

capital.de, 11:18 Uhr
© 2011 capital.de © Fotos / Illustrationen: ddp


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