Wo kann man nähere Auskünfte von Geschlossenen Immobilienfonds erhalten?
Mit offenen Immobilienfonds mag sich mancher Investor die Finger verbrannt haben. Für Opportunisten, die Risiko nicht scheuen, kann sich ein Zukauf bei Anteilen der zurzeit eingefrorenen offenen Fonds allerdings lohnen. Momentan sind vier Produkte dem Zugriff der Anleger entzogen: der CS Euroreal, der Kanam Grundinvest, der SEB Immoinvest und der UBS (D) 3 Sector Real Estate Europe.
"Das Risiko lässt sich an den derzeitigen Börsenkursen recht gut ablesen", sagt Gottfried Urban, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Neue Vermögen. Die Produkte werden mit Abschlägen von zehn bis 50 Prozent gehandelt - am geringsten sind sie beim Euroreal und dem Immoinvest. "Der Markt honoriert derzeit Fonds, bei denen eine Bank im Hintergrund steht", sagt Urban. Deka etwa hatte in der Vergangenheit einen eigenen Fonds unterstützt. Er hält es für sinnvoll, ein Portfolio mit mehreren Immobilienfonds zur Hälfte mit Anteilen von eingefrorenen Fonds zu bestücken, deren Risiko die Börsen derzeit als moderat einschätzen.
"Wer im Moment Fondsanteile mit einem Abschlag von 30 Prozent kauft, kann so auf eine laufende Rendite von neun Prozent kommen", sagt Maik Rissel, Leiter des Immobilienportfoliomanagements beim Hamburger Vermögensverwalter Marcard, Stein & Co. Das gelte allerdings unter der Voraussetzung, dass der Fonds eine Bruttorendite von rund sechs Prozent erwirtschaftet. Auch im Vergleich zu den derzeit geöffneten Investmentvehikeln bietet eine solche Spekulation Chancen - liegen die Renditen der meisten für Privatinvestoren zugänglichen Produkte auf ein Jahr gerechnet zwischen zwei und 2,8 Prozent.
Bei den eingefrorenen Produkten besteht freilich die Gefahr, dass auch sie endgültig dichtgemacht werden. Bis Mai kommenden Jahres läuft für die Fondsanbieter die Entscheidungsfrist ab, Credit Suisse und SEB wollen noch in diesem Jahr eine Entscheidung verkünden. Wer die Anteile bereits in seinem Portfolio hat, sollte nach Meinung von Rissel nicht unbedingt jetzt mit hohem Abschlag verkaufen: "Es empfiehlt sich, die ersten Ausschüttungen bei der Abwicklung abzuwarten. Verkaufen kann man dann immer noch." Urban rät sogar, über einen Einstieg bei einem Fonds in Abwicklung nachzudenken: "Der Worst Case macht die Anteile zum Schnäppchen", sagt er, "und die Ausschüttungen können sich lohnen."






