Die Fondsbranche meldet für Januar Nettomittelzuflüsse bei offenen Immobilienfonds von 1,7 Milliarden Euro. Damit führten sie die Absatzliste vor Mischfonds an, berichtet der Branchenverband BVI.
Der Erfolg offener Immobilienfonds geht jedoch auf Sondereffekte zurück. Weil sechs der 30 Fonds im Januar Ausschüttungen vornahmen und die Anleger das Geld meist wieder in die Fonds investierten, floss ihnen viel weniger Kapital zu als 1,7 Milliarden Euro. Von der Gesamtsumme dürften schätzungsweise mehr als 500 Millionen Euro durch angelegte Ausschüttungen zustande gekommen sein.

Nicht in allen Fällen wurde dabei die ganze ausgezahlte Summe reinvestiert. Der Grundbesitz Europa der Deutsche-Bank-Tochter RREEF hat etwa 100 Millionen Euro ausgeschüttet, davon flossen lediglich 93 Millionen Euro zurück. Der 10 Milliarden Euro schwere Deka-Immobilien Europa sammelte laut BVI-Statistik im Januar 253 Millionen Euro ein. Trotz dieser vermeintlichen Nettozuflüsse ist das verwaltete Vermögen des Fonds im Vergleich zu Ende Dezember gesunken. Eine Erklärung dafür ist, dass die geschätzten 330 Millionen Euro Ausschüttungen nicht in voller Höhe zurückgeflossen sind. Auch der zweite Fonds der Sparkassengesellschaft, der Deka-Immobilien Global, schüttete Anfang des Jahres regulär seine Erträge aus, die sich auf knapp 80 Millionen Euro summierten.
Der Effekt hoher Zuflüsse durch wieder angelegte Ausschüttungen tritt jedes Jahr zweimal auf: Im Januar, wenn Fonds mit Geschäftsjahresende 30. September ihre Ausschüttungen vornehmen, und im Juni, wenn Produkte mit Geschäftsjahresende 31. März die Erträge an die Anleger überweisen.








