Der CS Euroreal musste am Montag einräumen, dass er noch nicht über ausreichend Mittel verfügt, um wie geplant in diesem Jahr wieder zu öffnen. Das hat eigentlich auch der SEB ImmoInvest vor, bei dem drei Wochen vor Jahresende noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist. Die beiden deutschen Flaggschiffe - jeweils rund sechs Milliarden Euro schwer - müssen bis spätestens Mai 2012 aufmachen oder für immer schließen. Gleiches gilt für den kleineren KanAm Grundinvest. Denn in allen Fällen läuft im Frühjahr die zweijährige Gnadenfrist ab.
Sechs Fonds werden in Deutschland schon abgewickelt. Hinzu kommt nun auch der Dachfonds db ImmoFlex der Fondsgesellschaft DWS, wie diese am Montag ankündigte.
Die Entscheidung von Credit Suisse Asset Management kam überraschend. CS-Euroreal-Fondsmanager Karl-Heinz Heuß hatte noch im November von einer Wiederöffnung 2011 gesprochen. Nun betonte er: "Für uns geht Sicherheit vor Geschwindigkeit." Ziel sei es, den Fonds dauerhaft zu öffnen. Dazu müsse die für eine Rückgabe von Anteilen durch die Kunden zur Verfügung stehende Liquidität bei etwa 30 Prozent liegen. Im Moment seien es erst 25 Prozent - der jüngsten Verkaufsoffensive zum Trotz.
Um Geld in die Kasse zu bekommen, sind sowohl der CS Euroreal als auch der SEB ImmoInvest dabei, Immobilien aus ihren Beständen abzuverkaufen. Doch je weiter die europäische Schuldenkrise um sich greift und Investoren verunsichert, desto schwerer lassen sich Immobilien mit Gewinn veräußern. "Der Markt ist im Moment nicht so, dass einem die Objekte aus den Händen gerissen werden", beschreibt ein Branchenvertreter die Stimmung. "Verkäufe sind deutlich schwieriger geworden."
Beim SEB ImmoInvest kommt hinzu, dass die erhofften Partner für das Filetstück des Fonds, das "Quartier Potsdamer Platz" in Berlin, schwer zu finden sind. Der ImmoInvest kam zuletzt auf eine Liquiditätsquote von 21 Prozent. Der Grundinvest der Fondsgesellschaft KanAm fängt mit den Verkäufen gerade erst an. Er hatte sich allerdings auch nie auf 2011 festgelegt.
Die Anleger des CS Euroreal müssen mit einer Ausschüttung von 1,80 Euro pro Anteil für das Geschäftsjahr 2010/11 bescheiden - so wenig wie noch nie. Die Rendite entspricht mit 1,2 Prozent im Einjahresvergleich dem Branchendurchschnitt. Allerdings lockt Fondsmanager Heuß mit dem Versprechen, dass es nach einer erfolgreichen Fondsöffnung mittelfristig wieder mehr werden soll.







