Bei indirekten Immobilieninvestments bleiben deutsche Investoren am liebsten in heimischen Gefilden: Sie bevorzugen Fonds und Aktien börsennotierter Unternehmen, die in Deutschland oder in Nachbarstaaten investieren. Experten halten das für einen Fehler: "Außerhalb Europas bieten sich größere Renditechancen", sagt Patrick Nass, Fondsmanager beim Bankhaus Ellwanger & Geiger.
Das bestätigt eine neue Studie des britischen Immobiliensachverständigenverbands Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS). Danach sollen Mieten und Preise von Gewerbeimmobilien in Asien und Lateinamerika stärker steigen als in Europa und Nordamerika.
"Finanz- und Staatsschuldenkrise belasten die Wirtschaft und damit die Gewerbeimmobilienmärkte in den westlichen Industrienationen", sagt RICS-Ökonom Matthew Edmonds. Hingegen seien Unternehmen in den aufstrebenden Staaten hungrig nach immer mehr Büro- und Einzelhandelsflächen. Zwar seien die Länder in Asien und Lateinamerika nicht resistent gegen allgemeine Kapitalmarktturbulenzen. Die Konjunktur werde dort aber deutlich stärker wachsen als in der Euro-Zone. Hier rechnen Ökonomen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für 2012 beim Bruttoinlandsprodukt nur mit einem minimalen Plus von 0,5 Prozent.
Chinas Wirtschaft soll hingegen nach 9,4 Prozent in diesem Jahr 2012 um acht Prozent zulegen. In Lateinamerika erwartet das Weltwirtschaftsforum im kommenden Jahr ein Plus von 3,9 Prozent.
Die Prognosen spiegeln sich in den Erwartungen der Investoren, wie die jüngste RICS-Umfrage unter 809 internationalen Marktteilnehmern zeigt. In Brasilien und China rechnen mehr als 54 Prozent der Experten mit steigenden Mieten. In den meisten europäischen Staaten und den USA werden dagegen fallende Mieten erwartet. Professionelle Immobilienanleger investieren deshalb seit Jahren immer stärker in aufstrebende Märkte.







