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14.01.2010

Internationale Studie

Investor-Artikel

Deutscher Fiskus kassiert Rekordanteil

Wer hierzulande ein Haus kauft oder verkauft, muss das Finanzamt auf seiner Rechnung haben. Rund 20 Prozent greift der Staat ab - ein Spitzenwert. Das zeigt ein Vergleich von 23 Ländern. Von Nikolaus von Raggamby

Nach Untersuchungen von Taxand, einem weltweiten Netzwerk von unabhängigen Steuerberatern, summiert sich der Betrag für Immobilienunternehmen, die Wohnungen bauen und veräußern, auf annähernd 20 Prozent des Verkaufswertes. Deutschland rangiert damit zusammen mit Frankreich (rund 22 Prozent) auf den vordersten Plätzen. Insgesamt untersuchte Taxand weltweit in 23 Länder die Steuerbelastung bei Wohnimmobilientransaktionen.

"Ein Immobilienentwickler zahlt hierzulande allein 19 Umsatzsteuer auf die Baukosten der Wohnungen", erklärt Ulrich Siegemund von der Kanzlei Luther, die Mitglied von Taxand ist. Die Erstattung dieses Betrages sei nicht möglich und stelle daher den größten Teil der Steuerbelastung in der Modellberechnung dar. "Daneben fallen Grunderwerbsteuer und Veräußerungsgewinnbesteuerung ins Gewicht", so Siegemund. Zum Vergleich: In den USA und Großbritannien fällt die Belastung mit 14,4 Prozent und 6,4 Prozent deutlich geringer aus. Damit rangieren die Länder weit im Gegensatz zu Frankreich und Deutschland am unteren Ende des Rankings auf den Plätzen 22 und 18.

Aber auch andere europäische Länder weisen beachtliche Steuerbelastungen auf. So müssen Immobilienentwickler in den Niederlanden rund 21,3 Prozent berappen, in Portugal noch 20,9 und in der Türkei immerhin 18,2 Prozent. Dagegen ist Malaysia im internationalen Vergleich der günstigste Standort: Gerade einmal 5,4 Prozent des Verkaufswerts gehen an den Staat. Daneben weisen aber auch Polen (11,1 Prozent) Luxemburg (11,7 Prozent) und Indien (12,1 Prozent) relativ attraktive Steuerraten auf.

capital.de, 13:51 Uhr
© 2010 capital.de © Fotos / Illustrationen: dpa-PA


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