Perfekte Sache. Drei Ferienhäuser im Allgäu. Zwei zum Vermieten, und die finanzieren per Steuerentlastung dann fast das dritte – das für sich, die Familie und die Freunde. Der Manager eines Versicherungskonzerns, nennen wir ihn Frank Müller, 47 Jahre alt, kaufte im vergangenen Jahr und freute sich über das Steuersparmodell "im hohen vierstelligen Bereich, so viel, dass sich das eigene Ferienhaus zum großen Teil von selbst bezahlt". Er ist seitdem oft da unten im Allgäu, Rad fahren, Ski fahren, wandern. Legaler Luxus auf Kosten des Finanzamts.
Doch was sich in der Theorie gut anhört, funktioniert in der Praxis oft nicht ohne Probleme. Viele Eigentümer bekommen ihre Steuererklärung mit roten Zahlen aus der Vermietung von Häusern und Apartments auf Rügen oder in Garmisch zurück. "Liebhaberei" lautet der Lieblingsvorwurf. Finanzbeamte unterstellen gern, es bestehe gar nicht die Absicht, mit der Vermietung Gewinn zu erzielen, das Ganze sei nur eigenes Vergnügen und und und. Und das, obwohl seit Jahren höchstrichterlich geregelt ist, wie Verluste aus Ferienwohnungen steuerlich anzusetzen sind.
"Das scheint sich in den Amtsstuben nicht herumgesprochen zu haben", spottet Josef Bühlmaier, Steuerberater bei der Kanzlei Lehleiter & Partner in Neckarsulm. Das zeigen auch mehrere aktuelle Urteile von Finanzgerichten und dem Bundesfinanzhof (BFH).
Konsequenz: Der Fiskus berücksichtigt die Verluste der Ferienwohnung nicht, und das rückwirkend bis zu 30 Jahre. Wer die Blockadepolitik vereiteln und die eigene Ferienimmobilie auch steuerlich nutzen will, muss bestimmte Punkte einhalten.
Ganz oben auf der Kaufliste der Deutschen steht das Feriendomizil im Inland. "Deutsche Ferienimmobilien bleiben auch in wirtschaftlich stürmischen Zeiten ein Stabilitätsanker", sagt Sven Johns, Bundesgeschäftsführer des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Der befragte jüngst seine Mitglieder – Makler, Verwalter und Sachverständige – nach den Aussichten für Feriendomizile. Ergebnis: 60 Prozent der Experten erwarten einen wachsenden Markt, 25 Prozent einen stabilen. Nur 15 Prozent sind skeptisch. Das zeigt auch der Capital-Ferienimmobilien-Kompass: In beliebten Urlaubsregionen in Deutschland stiegen in den vergangenen Jahren die Preise für gute Lagen und Objekte teils kräftig (siehe www.capital.de/ferienimmobilien). Johns: "Attraktive Orte, die in die Infrastruktur investieren, halten bei Ferienimmobilien ihr Preisniveau oder können es sogar noch steigern."

Capital, 11:43 Uhr
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